Wußten Sie schon, …


… dass wir uns an der Aktion „Too Good To Go“ beteiligen?


… dass wir unsere „Workshops Brotbacken“ auch 2018 fortsetzen?


… dass wir im Astor Grand Cinema in Hannover das Borchers Filmcafé betreiben?


… dass wir mit hauseigenem Natursauerteig backen?


… dass wir eine hervorragende Konditorei haben?


… dass wir permanent junge Leute als Bäcker, Konditoren und Fach-verkäufer/innen ausbilden?


… wie einmalig unsere Hitjepuppen sind? Hier ein Bericht von „myheimat“.


… dass wir unsere Filialen umweltfreundlich mit dem Elektromobil beliefern?


Offener Brief des Zentralverbandes des deutschen Bäckerhandwerks an die Redaktion des Stern als Reaktion auf den Beitarg „Unser täglich Brot“, Ausgabe 42 vom 12.10.2017.



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Hitjepuppen  Unter den hannoverschen Weihnachtsbräuchen stellen die Zuckerbilder eine besonders alte Tradition dar. Der Überlieferung nach sollen sie schon zur Zeit der Reformation von den Bäckermeistern der hannoverschen Altstadt alljährlich zur Adventszeit gebacken worden sein. Über die Jahrhunderte hinweg, bis in die 40er Jahre des letzten Jahrhunderts, hatte diese Tradition Bestand. Seither werden die Zuckerbilder, die im Volksmund von jeher "Hitjepuppen" genannt werden, nur noch hier bei uns hergestellt. Freilich haben wir als altes, hannoversches Familienunternehmen, das bis 1943 seinen Sitz in der hannoverschen Altstadt hatte, eine ganz besondere Beziehung zu unseren Zuckerbildern.

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 Seit mehr als 160 Jahren werden die althannoverschen Zuckerbilder in unserer Bäckerei hergestellt. In jedem Jahr beginnen wir um den Martinstag herum mit den Vorbereitungen für die Weihnachtszeit.


Die Hitjepuppen werden seit altersher in reiner Handarbeit hergestellt. Das mag manchen heute im Zeitalter der Roboter und Computer, der Handys und Laptops, ein wenig erstaunen. Da wir aber noch immer das Rezept und auch die Formen aus längst vergangenen Tagen benutzen, ist an eine maschinelle Fertigung der Zuckerbilder überhaupt nicht zu denken.


Sie bestehen nämlich aus einem sehr weichen, weißen Pfefferkuchenteig, dessen Rezeptur die Generationen unserer Familie nur durch mündliche Weitergabe überdauert hat. Dieser Teig wird nun ganz dünn ausgerollt und dann mit den typischen Formen ausgestochen. Diese Formen bestimmen bereits im rohen Zustand das Aussehen der späteren Hitjepuppen.


Vielerlei Formen haben die kunstfertigen Schmiede von einst für die Herstellung der Zuckerbilder geschaffen. Gegenstände des Hausrats sind ebenso darunter wie Musikinstrumente und Tierfiguren. Natürlich finden wir auch die überlieferten Symbole der Weihnachtszeit, wie z.B. den Stern, das Herz und nicht zu vergessen St. Nikolaus. Auch ein Martinsreiter, eine besonders schöne Figur, ist darunter.


Eine der ältesten Formen aus unserem Besitz ist "Die Frau mit dem Butterfass", die aus Eisenband, das in eine Buchenholztafel eingelassen wurde, besteht. Leider sind die meisten dieser Formen im Feuersturm der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1943 mit der hannoverschen Altstadt untergegangen.


Die ausgestochenen und gebackenen Hitjepuppen müssen vor der weiteren Bearbeitung einige Tage trocknen, damit der Teig haltbar wird. Erst danach können sie mit der typischen roten Zuckerglasur glasiert werden. Ist auch diese gut durchgetrocknet, beginnt der aufwändigste Teil der Herstellung.

Jedes einzelne Stück wird nun mit weißer Eiweißspritzglasur mittels einer kleinen aus Pergamentpapier gedrehten Spritztüte, sehr fein und zierlich ausgarniert. Erst durch diese Garnierung erhalten die verschiedenen Motive ihr eigentliches Aussehen. Jede Hitjepuppe ist daher ein Unikat.


Wenn auch die Spritzglasur ausgehärtet ist, sind die Hitjepuppen fertig. Sie können nicht verderben, weil sie durch und durch trocken sind. Daher werden sie auch seit Generationen zum Schmücken des Weihnachtsbaumes verwendet.


Vielleicht haben sie ihren Namen auch aus diesem Grunde bekommen, denn aus "hillige Puppen" = heilige Puppen wurden "Hitjepuppen", die als Schmuck an den Christbaum gehängt wurden.


Auch aus der schon erwähnten Vielfältigkeit der Motive kann der Name abgeleitet werden. Danach bedeutet das Wort "Hitje" so viel wie "kleine Ziege" und stellt die Verbindung zu den vielen Tierformen her. Andererseits kennt man im Hannöverschen den Begriff "Hitjen", der als Sammelbezeich-nung für Hab und Gut verstanden wird und so die anderen Motive anspricht.


Wie auch immer die Bezeichnung Hitjepuppen zustande gekommen sein mag, so steht doch fest, dass sie eines der ältesten hannoverschen Weihnachtsgebäcke sind. Die althannoverschen Zuckerbilder mit ihrer jahrhundertealten Tradition müssen auch in unserer heutigen Zeit, in der wir oftmals allzu schnell bereit sind, alt Hergebrachtes als nicht mehr zeitgemäß abzutun und zu vergessen, ein lebendiger Weihnachtsbrauch bleiben.


Wir möchten Sie daher ermuntern, die alten Weihnachts-bräuche, zu denen insbesondere auch die Hitjepuppen zählen, in Ihren Familien weiter leben zu lassen und damit ein Stück Tradition und Geschichte unserer Stadt zu bewahren.


Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien

eine schöne, besinnliche Weihnachtszeit!


Pressebericht „myheimat“, Dezember 2016.